FACHÄRTZLICHE ORDINATION
MIT PSYCHOTHERAPIE UND ALTERNATIVER MEDIZIN
DR. HANNELORE RÖGGLA
      Arbeitskreis Geist und Materie Kunstförderungsverein  
 

   
 


Arbeitskreis Geist und Materie

OPEN SPACE:
Projektvorschlag zum Thema: GEIST UND MATERIE

Lange Zeit wurde die Gesellschaft von der Vorstellung einer göttlichen Kraft bestimmt, von Gott, und von dessen selbst ernannten Vertretern, die eine Art Alleinvertreter-Anspruch für die Wahrheit und das moralische Recht für sich reklamierten. Das „Göttliche“ wurde von weltlichen („geistlichen“) Machthabern vereinnahmt und zur Unterdrückung von Menschen, ihrer Freiheit des Denkens und Handelns, mißbraucht. Der Mensch, aus Materie (Erde) gemacht, galt als minderwertig und „sündig“, - die „Seele“, der unabhängig ohne Materie vorgestellte Teil des Menschen, als wertvoll. Mit dem Beginn der Aufklärung wurde diesem Anspruch, als Mensch den Willen Gottes zu vertreten, eine Theorie der Vernunft entgegengesetzt, die die Überprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit von theoretischen Modellen im Gegensatz zur Willkür der „göttlichen Bestimmung“ einforderte. Diese Forderung wurde zur Grundlage unserer heutigen, westlich geprägten Wissenschaftstheorien. Statt unbeweisbar „Göttliches“ zählt heute nur mehr das „Handfeste“ und „Beweisbare“. Aus der Tyrannei der Gottesvertreter hat sich eine Meinungsvorherrschaft des Materiellen entwickelt. Der Ursprung aller Phänomene wird nun in der Materie vermutet und die westliche Wissenschaft ist damit beschäftigt, in den Genen und im Gehirn die Ursache für menschliches Verhalten zu suchen.
Speziell im Bereich des Lebendigen, in der Medizin und bei Heilbehandlungen, ist eine Sichtweise, die sich vorwiegend an Materie orientiert, problematisch. Selbst im Bereich der Psyche und Psychotherapie überwiegen zurzeit Forschungsanordnungen, die „Materie“ messen: Hirnareale fotografieren, Gene untersuchen und Neuronen beobachten. Obwohl es zahlreiche subjektive Erfahrungen von AnwenderInnen und Heilungssuchenden aus dem energetischen und spirituellen Erfahrungsbereich gibt, existiert kein öffentlicher Konsens darüber, welche Methoden hilfreich und wirksam sind, und welche nicht. Es gibt auch keinen ernsthaften Wissenschaftsdialog zwischen konventionellen, traditionellen VertreterInnen der Medizin und Wissenschaft mit „alternativen“, „esoterischen“ oder „ganzheitlichen“ VertreterInnen und HeilbehandlerInnen. Im allgemeinen hält die eine Seite die andere für inkompetent. Zahlreiche Phänomene aus diesem Bereich sind unerforscht und selbst für einfache, relativ häufig vorkommende Phänomene wie Placebo-Wirkung gibt es kaum schlüssige Konzepte.
Als praktizierende Buddhistin und wissenschaftsgeprägte Medizinerin empfinde ich diese Situation als sehr unbefriedigend. Die Idee des Open Space in der ÖBR hat mich dazu inspiriert, einen Versuch zu starten, mich mit dieser Thematik in einem Projekt bzw. Arbeitskreis mit anderen BuddhistInnen bzw. anderen Interessierten zu beschäftigen.

Folgende Fragestellungen stehen zur Diskussion:

1. philosophisch/spirituell:
Begriffsklärungen – Definitionen, Vergleiche und Analogien der Begriffe in den verschiedenen Vorstellungen sowohl zwischen den Weltanschauungen als auch innerhalb der verschiedenen buddhistischen Richtungen - mit dem Ziel, den Dialog zu fördern und zu erleichtern.
2. praktischer Zugang: Medizin, Heilung, Forschung
- Grundlagen: in welchen Formen gibt es Lebensenergie/n und geistige Energien, sind sie ähnlich oder ident und wie könnte/n sie nachgewiesen werden
- speziell: konkrete Forschungs/Projekte
- Dialog und Kooperation – Schaffen von Standards – Vernetzung mit ForscherInnen aus Alternativbereichen
3. „Öffentlichkeits“arbeit
im weitesten Sinn, Bewußtsein schaffen,...